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Rettungshundestaffel Wesel und Umgebung e.V. | ||||||||||||||
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Einsatzbericht HaitiJahrelang hatte ich mich auf einen derartigen Einsatz vorbereitet. Als dann
aber am Mittwoch, dem 13.01.2010, in der
Frühe die Abfrage kam, ob ich für einen etwaigen Einsatz in Haiti zur
Verfügung stehe, konnte ich die Alarmierung erst gar nicht begreifen. Es gingen
mir plötzlich so viele Gedanken durch den Kopf: Was werde ich in diesem Einsatz
alles erleben und wie werde ich das Erlebte verarbeiten können. Nachdem die Sache mit meinem Arbeitgeber geklärt war, ging die Warterei
los. Werden wir fliegen oder werden wir nicht fliegen. Am Donnerstag, 14.01.2010,
im Laufe des Tages, war dann klar, dass der Flieger am Freitagmorgen um 9.20
Uhr von Frankfurt nach Punta Cana in der Dominikanischen Republik abhebt. Am Donnerstagabend machte ich mich auf den Weg zum Lagezentrum der ISAR nach
Moers. In dieser Nacht habe ich genau eine Stunde geschlafen, bzw. gelegen. Um
2.00 Uhr Nachts wurde ich gemeinsam mit dem Team der ISAR von der Feuerwehr
Duisburg zum Flughafen gebracht. Freitag, den 15.01.2010 sind wir pünktlich um 15.30 Uhr Ortszeit in Punta
Cana gelandet. Gleich nach der Landung haben wir gesamte Ausrüstung auf einen
LKW verladen. Um 18.00 Uhr ging es mit zwei Kleinbussen und dem LKW weiter Richtung Haiti. (Ca. 470 km Luftlinie
und 14 Stunden Fahrzeit.) Da wir Samstagmorgen, dem 16.01.2010, um 8.00 Uhr an der Grenze zu Haiti sein
mussten, weil wir dort mit den UN-Soldaten verabredet waren, die den Konvoi von
dort aus begleiten sollten, blieb uns nichts anderes übrig, als die ganze Nacht
durchzufahren. Wegen des Zeitmangels bestand die Ernährung aus ein paar Keksen.
Auch eine Scheibe Toastbrot kam uns wie ein Festmahl vor. Samstagmittag sind wir dann in unserem zugewiesenen Camp angekommen. Es lag
direkt neben der Start- und Landebahn des Flughafens von Port au Prince. Dort
haben wir sofort mit dem Aufbau des Lagers begonnen. Um einzuschlafen habe ich nachts
übrigens statt Schäfchen Flugzeuge gezählt. Am gleichen Tag wollten wir eigentlich noch zu den Schadensstellen
aufbrechen. Das war aber nicht mehr möglich. Weil die Suche bei Nacht einfach
zu gefährlich war mussten alle Teams um 16.00 Uhr wieder im Lager sein, denn man musste für 12 km schon mindestens 2 Stunden Fahrzeit einkalkulieren. Ausnahmen gab es nur, wenn eine Bergung noch
nicht abgeschlossen war. Tagsüber haben uns
immer 2 – 4 UN-Soldaten zum Schutz begleitet. Ab Sonntag, dem 17.01.2010, haben wir die Schadensstellen nach Angabe von
Koordinaten abgearbeitet. Abweichungen von dieser Strategie gab es, wenn wir zu
einem Schadensort gerufen wurden, an dem man noch Stimmen unter den Trümmern
gehört hat. Erst kamen die Rettungshunde
zum Einsatz, danach die technische Ortung. Leider hatten wir keinen Lebendfund
mehr. Als die Wasserversorgung nach vier Tagen durch die SEEWA gesichert war,
konnten wir uns auch wieder ein bisschen mehr waschen, als nur die Zähne zu putzen.
Da merkt man erst mal, wie kostbar Trinkwasser ist. Nachdem Search and Rescue abgeschlossen war, hat das Ärzteteam mit seinen
Helfern die Arbeit im Feldlazarett aufgenommen. Irgendwann war dann klar, dass wir am Freitag, den 22.01.2010 um 16.00 Uhr wieder vom Flughafen Punta Cana
nach Hause fliegen werden. Was bedeutete, die gleiche Strecke mit dem Bus einschließlich
Salsa-Musik wieder zurück. Oh Gott, bitte hilf mir! Da an der Grenze mit erheblichen Wartezeiten zu rechnen war, die ganze
Ausrüstung noch wieder zum Cargo musste, haben wir bereits am Donnerstagmorgen das Lager abgebaut. Um 10.00 Uhr haben wir die Rückfahrt angetreten
und sind in der Nacht in Punta Cana eingetroffen. Am Nachmittag sind wir
pünktlich losgeflogen und Samstagmorgen, dem 23.01.2010 um 6.30 Uhr wieder in Frankfurt gelandet, wo
ich dann von den Staffelkameraden samt Ehemann und Einsatzfahrzeug abgeholt
wurde. An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal für die freundschaftliche
Aufnahme im ISAR-Team und die praktischen Erfahrungen und Erlebnisse, die ich
sammeln durfte und die ich auch bestimmt nicht so schnell vergessen werde, bedanken. Außerdem möchte ich mich bei meiner Familie und unserem BRH-Lagezentrum bedanken,
die jederzeit für mich erreichbar waren und ohne deren Unterstützung, dass
alles nicht funktioniert hätte. Gleichermaßen gilt mein Dank meinem
Arbeitgeber, der es mir ermöglicht hat, über einen Zeitraum von 8 Tagen an
diesem Einsatz teilzunehmen. Nicole Feldmann
Hier einige Presseberichte: http://www.derwesten.de/staedte/arnsberg/Im-Einsatz-fuer-Opfer-des-Erdbebens-id2437906.html http://www.derwesten.de/staedte/arnsberg/Hilfe-aus-Huesten-fuer-Opfer-in-Haiti-id2391074.html Westfälische Rundschau vom 26.01.2010 <zurück zur Übersicht> |
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